Die Neue Orgel für die
Inselkirche Norderney:
A new organ for the island –
Disposition: >>kleine Orgelführung<<>>a
sightseeing through the organ<<
Specification:
I. Manual: Koppelmanual: Hinterwerk an Hauptwerk
an Hauptwerk
an Hinterwerk
oder an Kornett
Hauptwerk: C bis a´´´
1. Principal 8´
2. Bordun 16´
3. Viola da
Gamba 8´
4. Gedact 8´
5. Rohrflöte 8´
6. Octav 4´
7. Gedact 4´
8. Nasat 2
2/3´
9a. Octav 2´
9b. Mixtur 4 fach
10. Trompete 8´
Tremolo für Hauptwerk
und Kornettwerk
Kornettwerk: an HW oder Koppelmanual
11. Kornett ab f° 5 fach
Hinterwerk: C bis a´´´
12. Quintatön 16´
13. Geigenprincipal
8´
14. Salicional 8´
15. Lieblich Ged. 8´
16. Aeoline 8´
17. Octav 4´
18. Flauto
Traverso 4´
19. Harmonia 4 fach
20. Waldflöte 2´
21. Harmonietrompete 8´
22. Clarinette 8´
Tremolo für Hinterwerk
Pedal: C bis
f´
23. Violon 16´
24. Subbaß 16´
25. Principal 8´
26. Violoncello 8´
27. Bordun 8´
28. Octav 4´
29. Posaune 16´
30. Trompete 8´
2 Zimbelsterne
Feste
Kombinationstritte: -Forte
-Piano
-Zungen ab
-Auslöser
Pedalkoppel: II/Ped. III/ Ped.
Kleine
Entstehungsgeschichte:
1879 wurde Kirche und
Orgel für die Insel Norderney neu gebaut.
Die Dinse-Orgel:

Hauptwerk:
Principal 8´ Weitere
Dinse-Orgeln:
Bordun 16´
Viola di Gamba 8´
Rohrflöte 8´
Octave 4´
Quinte 2 2/3´
Octav 2´
Mixtur 1-3
fach
Dolce 8´
Gedact 8´
Flauto Dolce 4´
Schwellwerk:
Geigenprincipal 8´
Harmonieflöte 8´
Salicional 8´
Aeoline 8´
Pedal:
Gedecktbaß 16´
Subbaß 16´
Violon 8´
Pedalkoppel: I/Ped. II/ Ped.
Oberoktavkoppel II, Unteroktavkoppel II
Im Jahr 1971 wurde diese romantische Orgel abgerissen. Sie machte einer
modernen, neobarocken Orgel Platz:

Nach 37 Jahren entschied die Gemeinde sich für einen Neubau.
Da der Aufwand diese Orgel zu reparieren und zu verbessern zu groß war.
Zudem war es für Organist und Orgelbauer sehr schwierig und gefährlich
Wartungsarbeiten in der Orgel durchzuführen.
2006 schloss die Gemeinde einen Vertrag über einen Orgelneubau mit unserer
Werkstatt.
Wir planten diese Orgel fast 2 Jahre lang.
Das Gehäuse:
Der Entwurf für die Gehäusefront ist in Anlehnung an die Dinse – Orgel von 1879 gemacht:
Zwei trapezförmige Pedaltürme an den Seiten, zwei große 8-Fuß Pfeifenfelder
über 4 kleinen 2-Fuß hohen Pfeifenfeldern.
Das Ganze ist mit Schleierbrettern und mit einer Bekrönung versehen.
Die Ornamente im Dachstuhl der Kirche dienten mir als Vorlage.
Die Kreuzblume über dem Haupteingang der Kirche
stand Model für die Bekrönung des Mittelpfeilers.
Der Mittelpfeiler hat eine gedrechselte Basis,
die aus dem Dachstuhl kopiert ist.

Die Zimbelsterne sind
hinter den Ornamenttüren
verborgen, und sind nur in
Funktion sichtbar, wenn diese
Türen sich öffnen.
Hier sehen Sie die 3 Klaviaturen vor Auslieferung in der Werkstatt:

Das Klangkonzept:
Die geplante Orgel muss
sehr viele Anforderungen erfüllen, da die Inselkirche
ein sehr reichhaltiges
Konzertangebot bietet. Umso schwieriger ist es eine Orgel
zu bauen, die man nicht
als „Kompromissorgel“ bewerten kann, sondern eine Orgel,
die ein schlüssiges
Konzept bietet und einer bestimmten Epoche zugeordnet werden kann.
Bei der Planung meiner
Orgeln richte ich mich immer nach Vorbildern, die ich im Idealfall
Eins zu Eins kopieren
möchte. So besuchten wir eine Reihe historischer Orgeln, die in der
Zeit um 1880 gebaut wurden.
Dabei besuchten wir meist Orgeln des Orgelbauers
Furtwängler, der seit
1830 zumeist in Niedersachsen sehr schöne Orgeln baute.
Ich entschied mich für
Furtwängler, da mich dessen Orgeln mehr überzeugten, als die des Orgelbauers Dinse.
So wurde die Orgel „Ph. Furtwängler & Söhne (1869) in Markoldendorf
unser Vorbild.
Diese Orgel bietet dem
Musiker alle Möglichkeiten der Darstellung jeglicher Literatur.
Sowohl die Bauart der
Windladen, als auch die Machart der Traktur haben wir als
Vorlage genommen. Der
Zufall wollte es, dass wir einen großen Magazinbalg in der
Turmnische der
Inselkirche vorfanden. Dieser Balg ist höchstwahrscheinlich durch
Furtwängler & Hammer
nach 1900 im Zuge einer Reparatur in die Kirche gekommen.
Hier die Disposition der Furtwängler
Orgel von 1869:
Hauptwerk: Bordun 16´
Principal 8´
Gamba 8´
Rohrflöte 8´
Quintatön 8´
Octav 4´
Gedectflöte 4´
Octav 2´
Mixtur 4 fach (mit Terz)
Trompete 8´
Hinterwerk: Geigenprincipal 8´
Flauto
traverse 8´ (überblasender Streicher)
Salicional 8´
Lieblich Gedact 8´
Gemshorn 4´ (enger Principal)
Waldflöte 2´
Clarinette 8´ (durchschlagende Zunge)
Pedal: Violon 16´
Subbaß 16´
Principal 8´
Bordun 8´
Octav 4´
Posaune 16´ (große Holzkehlen, Becher aus Zink)
Nebenzüge: Manualkoppel II/I
Pedalkoppel I/Ped
Kalkant
Diese Disposition haben wir mit Ergänzungen übernommen:
1. Die Hauptwerksmixtur ins Hinterwerk, dafür im
Hauptwerk eine normale Aufstellung.
2. Das Quintatön 8´ ist übernommen, aber als
leiseres Gedeckt intoniert.
3. Dem Principal 8´ haben wir ab c1 eine
Pfeifenreihe ergänzt.
4. Zusätzlich an beide Manuale ankoppelbares Cornettwerk
5. Das Hinterwerk hat eine Aeoline
8´ bekommen, zusammen mit der leiser intonierten
Flaut traverso 4´ habe ich die Möglichkeit ein
leises Plenum zu nutzen.
6. Eine engere, überblasende Trompete 8´ ist zusätzlich im Hinterwerk.
7. Ein Cello 8´ ist ins Pedal disponiert.
8. Eine enge Trompete 8´ als klangliche Ergänzung zur Posaune 16´ ins Pedal
gesetzt.
Sonstiges:
Zimbelsterne,
Koppelmanual, Tremulanten, feste Kombinationen.
Hier sehen Sie die Posaune und die Clarinette
der Orgel in Markoldendorf
Linkes Foto: der Kopf
und die Kehle
der Clarinette,
zerlegt.
Hier sieht man alle c1 Pfeifen aus
den Manualen der
Furtwänglerorgel abgebildet.